Die Bedeutung von Bäumen im Zuge der Urbanisierung


Ziegelmauer in WandBei Städteplanern hat sich das Verhalten zur Einbindung von Grünflächen und Bäumen in den letzten Jahren deutlich geändert. Das liegt vor allem an den zahlreichen Untersuchungen zum Nutzen und zur Wirkung von Bäumen. Außerdem besteht zwischen Menschen und Bäumen seit jeher eine ganz besondere Beziehung, die auch bei der Urbanisierung in größerem Maße als bisher Berücksichtigung findet.

Die psychologische Wirkung

Detaillierte Untersuchungen zu den vielschichtigen Beziehungen zwischen Mensch und Baum fehlen bisher. In jedem Fall spielen Bäume im Leben eines jeden Menschen eine große Rolle, sei es bewusst oder unbewusst. Die wohl intensivste Bindung zu den Gewächsen besteht in der Form des Hausbaums. Die meisten Familien, die ein Haus mit Grundstück besitzen, integrieren vor dem Haus einen Baum. Er dient als Schutzpatron oder einfach als Schattenspender an heißen Sommertagen. Am Pflanzen des Hausbaums hat sich auch in Zeiten des Urbanisierung wenig geändert – im Gegenteil. Häufig findet die Baumpflanzung auch im Zuge eines bestimmten Ereignisses statt, zum Beispiel einer Hochzeit. In diesen Fällen ist eine besonders enge Beziehung zwischen Mensch und Baum erkennbar.

Auf viele Menschen haben alte Bäume eine positive Ausstrahlung. Verbunden mit einem für das Alter charakteristischen Wuchs vermitteln sie Frieden und Ruhe. Damit tragen Bäume in hohem Maße zur Entspannung bei. Außerdem sind viele Menschen vom Wandel der Bäume im Laufe der Jahreszeiten fasziniert – daran ändert auch die Urbanisierung nichts. Umfragen in Städten ergaben, dass viele ihre Wohnviertel entsprechend der Begrünung auswählen. Die Bepflanzung mit Bäumen stellt somit einen wesentlichen Faktor für die Attraktivität eines Stadtviertels dar.

Hohe Lebensqualität trotz Urbanisierung

Der Stellenwert von Bäumen wächst, auch im Zuge der voranschreitenden Urbanisierung. Gesundheitsexperten haben die Bedeutung der Bäume längst erkannt und fordern daher einen deutlichen Ausbau von Parkanlagen in den Städten. In Ländern außerhalb von Deutschland hat sich das bereits vielerorts durchgesetzt, die Parkanlagen gelten sogar als „therapeutic landscapes“ – therapeutische Landschaften. Bäume erhöhen die Zufriedenheit und das Wohlbehagen, ob als Platanenreihe am Straßenrand oder als mächtige Eiche in einer Parkanlage.

Stadt im WaldNeben dem psychologischen Aspekt spielen die Bäume bei der Urbanisierung natürliche eine große Rolle als Immissionsschutz. Sie senken die Konzentration von Kohlenmonoxyd, Stickoxyden und Ozon. Kein Wunder, dass es gerade an heißen Sommertagen die Menschen in die grünen Lungen ihrer Städte zieht. Bäume spenden Schatten und erhöhen durch Transpiration die Luftfeuchtigkeit. Sie bilden daher einen natürlichen Ausgleich bei Klimaextremen.

Ein weiterer positiver Aspekt von Bäumen ist der Schallschutz. Schallmessungen ergeben bei einem voll belaubten Baum eine Lärmminderung um bis zu 10 dB. Hinzu kommt ein psychologischer Effekt: wer Autos durch Bäume hinweg nicht sieht, empfindet eine stärkere Schalldämpfung als die reell messbaren Werte.

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